DIE BILDHAUERIN CORNELIA HAMMANS  R.C. PULLACH-ISARTAL

SKULPTUREN VOLLER ENERGIE

Angesichts eines immer schneller werdenden

Verbrauchs von Bildern, der Verflüchtigung

der Welt in virtuellen Räumen, der Erweiterung,

aber auch der Auflösung künstlerischer Medien,

mag das Festhalten an der Skulptur als einem gestalteten

Körper im dreidimensionalen Raum nostalgisch, wenn nicht unzeitgemäß wirken. Und dennoch boomt das Interesse an der bildhauerischen Arbeit. Ein Bild kann ich ansehen, aber eine

Skulptur erlebe ich als eine Form im Raum, in dem sich mein

eigener Körper widerspiegelt und einfängt. Die Wirkung der

Skulptur ist vom Standort des

Betrachters abhängig. Von Standort zu Standort sieht er sie

neu. Was sich verändert,  ist weder die Skulptur noch der

Betrachter, sondern die

Beziehung  zwischen den beiden. Cornelia Hammans

modelliert Plastiken, die in der Mehrzahl für

den Bronzeguss bestimmt sind. Die Natur nährt die

Einbildungskraft der Künstlerin. Dort lernt sie die

Grundsätze von Gleichgewicht, Rhythmus,

organischem Wachstum, die Gesetzlichkeit von

Anziehung und Abstoßung, von Harmonie und Gegensatz.

Dort findet sie das Element der Stille. Im Laufe der Jahre

ändert sich ihr Stil von den in sich gekehrten Ganzkörper-

Skulpturen hin zu sich auflösender, organischer Auffassung

von Form. Die plastische Masse öffnet sich und der Raum

wird in das Objekt integriert. Es entsteht dadurch ein Wechsel-gespräch. Diese Korrespondenz herzustellen erfordert die

Fähigkeit, Form in ihrer räumlichen Vollständigkeit denken zu

können, so als hielte man sie bereits in der Hand.

 

Ein wunderbares Training dafür ist für die Künstlerin das schnelle Formen

kleiner Maquetten. Man kann sie in der Hand drehen und sofort beurteilen, ob man die Idee ihrer Dreidimensionalität, ihrer Räumlichkeit richtig erfasst hat. Zeichnungen sind für Cornelia Hammans nur im Moment geeignetes Ventil für Ideen, für deren Verwirklichung in Skulptur gerade keine Zeit ist.  Für den Gussvorgang benötigt sie aber Modelle, die sie digital erfassen lässt, um sie dann vergrößern zu können. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland spiegeln den Wert der Künstlerin wider. Nicht zuletzt 2005 ein Gaststipendium in der Villa Romana in Florenz. Ihre Werke finden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland , Italien,

Holland, der Schweiz, Brasilien, Kasachstan, China und den USA. Bei

großen Galerien hat sie mit vielen internationalen Künstlern

zusammen ausgestellt und war auf zahlreichen Kunstmessen vertreten.

Ihre aktuelle Galerie ist in Köln die Kunsthandlung Osper. Weitere Plätze sind im Gespräch. ,,Ich kann als Künstlerin dort am kreativsten

sein, wo ich mich wohl fühle ", erläutert Hammans. Deshalb ist

sie froh, ihre neue Werkstatt im bayerischen Oberland

zwischen München und dem Tegernsee gefunden zu haben.

Dort stimmt für sie die Energie des Raumes und es gibt genügend

Platz für ihre neuesten Werke, die meist große Ausmaße haben

sollen und neben Bronze auch in Aluminium und V2A Stahl

ausgeführt werden. Dort kann sie mit unterschiedlichen

Materialien bei der Erstellung der Gussvorlagen experimentieren

und sich zwischendurch in der Natur entspannen.

 

Martin Fogt, R.C. Pullach-Isartal

10 / 2008

 

5. Element, Bronze, 2002

Zur Person:

1955 in Bonn geboren

Nach der Ausbildung in Düsseldorf,

München und Kcskemet/Ungarn

eigene Werkstatt und erfolgreiche Ausstellungstätigkeit im In-und Ausland.

 

Rotary-Mitglied seit 2000

 

2009-2010 Präsidentin des Clubs